Entkeimung – Desinfektion Legionellenschutz - Dr. Wolf

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Entkeimung – Desinfektion Legionellenschutz

Anlagentechnik
Unser heutiger Umgang mit Wasser ist geprägt von zwei wesentlichen Verhaltensweisen. Zum einen erfolgte in den letzten 20 bis 30 Jahren konsequent der Übergang zu einer zentralen Warmwasserversorgung, zum anderen wird Wasser zunehmend als Betriebsmittel, z. B. für Waschmaschinen, Heizungen usw. genutzt. Wasser ist aber auch Lebensraum für Einzeller, Bakterien und Pilze, allgemein als Keime bezeichnet. Unter diesen Keimen befinden sich eine Reihe von pathogenen, d. h. Krankheiten verursachenden Keimen. Nachteilig für den Menschen ist, dass er Keime bzw. das Fortschreiten von Keimwachstum nicht durch seine Sinnesorgane feststellen kann. Wenn Gesundheitsämter Keimbefall feststellen, ist dieser meist so weit fortgeschritten, dass nur noch radikale Methoden helfen. Zu berücksichtigen ist dabei die Art der Keime hinsichtlich des zu verwendenden Mittels oder Verfahrens sowie die vorhandenen Materialien bei den wasserführenden Anlagenteilen. Keime bilden in Rohrleitungen Biofilme, die ein „eigenes biozönotisches Leben“ führen und in manchen Betrachtungen bereits wie ein Organismus angesehen werden.

Entkeimungs- und Desinfektionsverfahren
1. Chemische Verfahren im Trinkwasserbereich

Die chemischen Verfahren basieren auf der zerstörenden Wirkung von atomarem Sauerstoff gegenüber Zellwänden. Diesen atomaren Sauerstoff erhält man durch chemische Reaktionen im Wasser. Die unterschiedlichen Keimarten sind unterschiedlich empfindlich gegenüber den einzelnen eingesetzten Chemikalien. Der Einsatz von Chemikalien im Trinkwasser bedarf der Zustimmung des Gesundheitsamtes.
Ausgewählte DosiermittelAnlagentechnik
Natriumhypochlorit, Wasserstoffperoxid, Chlordioxid-LösungDosieranlagen >
ChlordioxidChlordioxidanlagen >
ChlorgasChlorgasanlagen >
Da chemische Verfahren einen Überschuss an Chemikalien verwenden, besitzen sie eine Depotwirkung, solange die Zehrung nicht für ein Aufbrauchen des Keimtötungspotentials gesorgt hat.

2. Physikalische Verfahren

Bei der UV-Entkeimung werden durch hochenergetische Strahlung die Zellkerne (Chromosomen, Aminosäuren) von Keimen und Kleinlebewesen (Einzeller, Algen) derart geschädigt, dass Weiterleben und Vermehrung des Keimes verhindert werden. Physikalische Verfahren bedürfen nicht der Genehmigung durch das Gesundheitsamt, besitzen auf Grund der punktuellen Bestrahlung keine Depotwirkung und sind nicht geeignet für die Entkeimung keimbefallener Systeme. Hier müsste zunächst eine Grunddesinfektion mit einem chemischen Wirkstoff durchgeführt werden. Besonders hinzuweisen ist auf das Einnisten von Keimen (z. B. Legionellen) in Einzellern. Durch die Zellwand des Einzellers wird die UV-Strahlung dermaßen geschwächt, dass eine sichere Abtötung der Keime nicht gewährleistet ist. Hier hilft nur das Zerstören der Einzeller.
VerfahrenAnlagentechnik
UV-BestrahlungUV-Anlagen >
3. Chemische Verfahren im Brauchwasserbereich

Im Heizungs- und Kühlwasserbereich, insbesondere bei offenen Kühlsystemen, erfolgt eine Entkeimung in der Regel mittels Dosierung von Bioziden. Hierbei sind insbesondere zu beachten:
  • Korrosionsschutz bzw. Materialverträglichkeit der eingesetzten Produkte.
  • Bei Kühlsystemen sollte während des Abschlämmens die Dosierung von Bioziden aus Kosten- und Umweltgründen unterbrochen werden.
  • Zulässigkeit bzw. Zertifizierung der verwendeten Mittel

Seltener ist die Entkeimung mittels Chlorgas. Insgesamt betrachtet ist die Entkeimung ein Spezialgebiet, in dem vielfältige Erfahrung notwendig ist. Wir haben diese Erfahrung.

Legionellenschutz
Legionellen sind Keime, die beim Menschen Krankheitssymptome (ähnlich Grippe bzw. Lungenentzündung) hervorrufen und zum Tod führen können, wenn nicht umgehend mit einer Behandlung begonnen wird. In den letzten Jahren wurde in der EU und Deutschland eine Reihe von Todesfällen durch Legionellen festgestellt. Dieser Sachverhalt führte im Rahmen der Novellierung der Trinkwasserverordnung zu neuen Bestimmungen hinsichtlich einer periodischen Kontrolle auf Legionellen im Trinkwasserbereich. Darüber hinaus wurde vom DVGW mit dem Arbeitsblatt W 551 „Technische Maßnahmen zur Verminderung des Legionellenwachstums in Trinkwasserinstallationen“ sowie dem Kommentar hierzu ein aktuelles Arbeitspapier geschaffen. Details zu Legionellen finden Sie auch in unserer Themendatenbank unter „Legionellen – wir tun etwas dagegen.“ Vor der Entscheidung für ein spezielles Verfahren zum Legionellenschutz sollten folgende Aspekte besondere Berücksichtigung finden:
  • Legionellen kommen über das Kaltwasser in das Wassernetz. Im Kaltwasser verhalten sich Legionellen passiv, ihre optimale Vermehrungstemperatur liegt bei 25 – 45 °C. Demzufolge findet man höhere Konzentrationen an Legionellen nur in Warmwassersystemen. Die Vermehrung erfolgt über Zellteilung im Rhythmus von ca. 20 Minuten. Legionellen können sich in Einzellern (Amöben, Ciliaten) einlagern und sind dann durch die umgebenden Zellwände besonders geschützt.
  • Legionellen benötigen zur Ernährung essentielle Aminosäuren. Eine entsprechende Menge dieser Aminosäuren findet man erst bei Wasserinhalten ab 400 l Boilervolumen, so dass zumindest in Einfamilienhäusern damit gerechnet werden kann, dass keine Legionellen in pathogener Konzentration auftreten.
  • Das bisherige Bekämpfungsverfahren der thermischen Desinfektion wird mittlerweile in seiner Wirksamkeit dadurch in Zweifel gezogen, dass bei einer Untersuchung des Stadtgesundheitsamtes Frankfurt am Main ein positiver Legionellenbefund bei 83 °C festgestellt worden ist. (Quelle: Kommentar zum DVGW – Arbeitsblatt W 551, S. 13)
  • Aufgrund dieser Erkenntnisse haben wir ein Verfahren entwickelt und bisher erfolgreich eingesetzt, bei dem die Legionellenbekämpfung durch Chlordioxid durchgeführt wird.

Legionellenbekämpfung erfordert Erfahrung . Wir haben dieses Wissen und unterstützen Sie gern bei der Lösung Ihres Legionellenproblems.
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